08.09.2020 -

Es geht um eine Trasse, die quer durch den westlichen Landkreis verlaufen soll und als Sicherungsversorgungsleitung für die beschlossene und begonnene Elektrifizierung der Bahnstrecke Regensburg-Hof benötigt wird.

Dabei handelt es sich um eine 110 kV-Hochspannungsleitung mit einer Schneise von 60 Meter Breite mit 30 Meter hohen Masten in einem Abstand von 300 Metern.

Die Trasse würde die westlichen Gemeinden des Landkreises Amberg-Sulzbach tangieren und unberührte, schützenswerte Natur durchqueren. Auch würde sie an Siedlungs- und Naherholungsgebieten vorbeiführen.

Von Bürtel kommend über die Hochfläche nach Deinsdorf, das romantische Lehental mit seinen Kletterfelsen überquerend verliefe sie weiter in Richtung Ernhüll nach Haid. Sie würde den Segelflugplatz in Fichtelbrunn beeinträchtigen, über Frankenhof in Richtung Illschwang und Ammerthal weiterführen und auch den Flugplatz der Luftsportgruppe Amberg streifen.

Das Seminarhaus Deinsdorf wäre durch diese Stromleitung unmittelbar betroffen und bedroht. Wir haben vor 28 Jahren eben diesen Fleck Erde ausgesucht, weil er etwas ermöglicht, was in unserer Zeit besonders wichtig ist: den Kontakt mit einer noch nicht zerstörten, ursprünglichen Natur. Unsere Gäste suchen hier nicht nur die Möglichkeit zur Weiterbildung und Begegnung mit Menschen, sondern ganz besonders auch die Ruhe, die Schönheit der Landschaft, das Erleben intakter Natur. Dies alles würde durch den Bau der Stromleitung und deren Folgen für die Umgebung des Seminarhauses zerstört.

Im Landkreis Amberg-Sulzbach hat sich eine Interessensgruppe „Bahnstrom – so nicht!“ formiert. Ihre Sprecherin Pia Huber äußert sich dazu: Die Trasse "schädigt nachhaltig unsere Heimat, mindert die Lebensqualität und beeinträchtigt unter anderem die Landwirtschaft, unseren Tourismus und die Gastronomie.“

Grundsätzlich gilt: Ein Ja zur Elektrifizierung der Bahnstrecke, aber ein Nein zur Bahnstromtrasse nach derzeitigen Plänen.

Gefordert werden umweltschonende, zukunftsweisende und durchdachte Alternativen, wie z.B. dezentrale Lösungen, wie sie die Bahn auch schon realisiert hat, zuletzt beim Ausbau der Strecke ABS 48 von München nach Lindau. (nachzulesen auf der bahneigenen Internetseite www.abs48.de) Dort wurde Strom aus dem öffentlichen Stromnetz auf Spannung und Stromfrequenz der Bahn umgewandelt und auf die Strecke verteilt.
 
Warum kann diese Alternative nicht auch für die Bahnstrecke Regensburg – Hof realisiert werden?

Unser Klares Ziel ist die dezentrale Einspeisung ins Bahnnetz und die Verhinderung der jetzt geplanten Trasse.

Die IG „Bahnstrom – so nicht“ hat deshalb eine Unterschriftenaktion gestartet, bei der jeder interessierte Bürger seinen persönlichen Beitrag leisten kann.

Link zur Unterschriftenaktion:

https://www.openpetition.de/petition/online/fuer-die-elektrifizierung-gegen-eine-bahnstromtrasse-derzeitiger-planung

(Quellen: Presseartikel der SRZ vom 20.08., 24.08. und 25.08.2020)